Das Heimatmuseum der Bürgergemeinschaft Wülferode bietet die Möglichkeit, den Alltag der jüngeren und doch schon vergessenen Vergangenheit kennen zu lernen.Die zweite Hälfte des vergangenen Jahrhunderts war die Zeit der großen Umgestaltungen. Es wurde neu gebaut und eingerichtet, und was in Wohnungen, auf Dachböden oder in Ställen stand, war nicht mehr zeitgamäß, wurde entsorgt und durch moderne Möbel und Geräte verdrängt. In vielen landwirtschaftlichen Betrieben wurde das Vieh nach und nach abgeschafft, und moderne Maschinen ersetzten Ackerwagen oder durch Pferde gezogene Pflüge und Eggen.Auch die alten Gegenstände und Werkzeuge, mit denen die Handwerker ihren Lebensunterhalt verdienten, wurden nutzlos, Um so wichtiger ist es, diese zusammenzutragen und sie der Nachwelt zu erhalten. Um das zu verwirklichen, müssen Museumsräume zur Verfügung stehen.Die Idee, ein Heimatmuseum in Wülferode einzurichten, hatte zuerst der Heimatforscher Hermann Wohlers im Jahre 1989. Ihm schwebte vor, vielleicht in einer alten Dorfscheune Zeugen der Vergangenheit zu sammeln, zu bewahren und auszustellen. Trotz aller Bemühungen gelang es aus unterschiedlichen Gründen nicht, die Idee in dieser Form zu verwirklichen. So entschied man sich für eine kleinere Lösung. Der Dachboden der ehemaligen Schule in Wülferode schien geeignet, und nun konnte tatkräftig mit der Arbeit begonnen werden. Mit Hilfe von Bezirksratsmitteln wurden von wenigen Freiwilligen, die sich als Arbeitsgemeinschaft zusammenfanden, die Räumlichkeiten in vielen unbezahlten Stunden hergerichtet und Möbel, Geräte und handwerkliche Gegenstände gesammelt. Auch wurden viele Dinge unterschiedlicher Art gespendet oder als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt.
Neben der Sammeltätigkeit wurde gleichzeitig mit dem Ausbau der Räumlichkeiten begonnen. Als erstes wurde der Ausbau des Dachbodens vorangetrieben. Zunächst musste das Dach isoliert und vertäfelt und eine neue Beleuchtung in allen Räumen installiert werden. 1997 war der erste Teil, die “Heimatstube”, soweit fertig, dass mit der Einrichtung angefangen werden konnte.Als sich herausstellte, dass die Räumlichkeiten nicht ausreichten, wurde damit begonnen, auch den mittleren Teil des Dachbodens für Ausstellungszwecke zu verkleiden und herzurichten und den Spitzboden als Magazin für nicht gezeigte Stücke auszubauen. Diese Arbeit wurde 1999 vollendet.Nun konnte die Ausstattung des Museums mit weiteren Exponaten fortgesetzt werden. Diese wurden geordnet, repariert und ausgewählt. Wegen der Enge der Räumlichkeiten musste das Ausstellungskonzept von vorn herein darauf Rücksicht nehmen. Aus diesen Gründen konnten nur wenige Abteilungen eingerichtet werden, die aber durch Trennwände ihre Eigenständigkeit bewahren.Der Bestand des Museums bietet Anregungen zu den unterschiedlichsten Themen:Ein Wohnzimmer verschafft anhand von Möbel, Bildern und vielen Einrichtungsgegenständen einen Eindruck vom Wohnen in den 50er JahrenIn der Küche werden viele Haushaltsgegenstände des damals täglichen Lebens ausgestellt. Eine alte Waschmaschine und andere Geräte zeigen, wie man früher Hauswirtschaft betrieben hat.
‘Ein altes Schulzimmer mit Bänken, Tafel und Schreibutensilien, eine Sammlung von Projektoren und Lehrmaterial lassen erahnen, wie man damals unterrichtete.In weiteren Teilbereichen hat das ländliche Handwerk vergangener Zeiten seinen Platz gefunden. So sind Werkzeuge des Schuhmachers, Tischlers oder Metzgers zu sehen. Auch die Flachsverarbeitung kann hier von der Pflanze bis zum Leinen nachvollzogen werden. Landwirtschaftliche Gerätschaften wie Pflüge und Eggen und eine Vielzahl kleinerer Geräte zeigen, wie die Menschen ehemals gearbeitet haben. An mehreren Bildwänden und auf Tischen halten schriftliche und fotografische Dokumente über die Ortsgeschichte das alte Dorf lebendig. Einige ausgesuchte Exponate sind in Vitrinen zu besichtigen.Durch diese Ausstellung sollen die Mitbürger über Geschichte und Kultur am Kronsberg informiert, Verständnis für die Vergangenheit geweckt und zur Heimatforschung und Mitarbeit angeregt werden. Für die Betreiber des Museums ist es ein Anliegen, weitere Sachspender zu finden.Vielleicht gelingt es in naher Zukunft, Ausstellungsmöglichkeiten für landwirtschaftliche Maschinen zu schaffen oder das Museum mit wechselnden Sonderausstellungen der Öffentlichkeit immer wieder neu vorzustellen.Möge das Heimatmuseum der Bürgergemeinschaft dem Dorf einen weiteren kulturellen Mittelpunkt geben und Menschen zusammenführen. Die Mitarbeiter würden sich über viele interessierte Besucherfreuen und stehen für Informationen zur Verfügung.
Heimatmuseum der Bürgergemeinschaft Wülferodein der Alten SchuleKirchbichler Straße 6
Eröffnung am 15.September 1999anl. des 15-jährigen Bestehens der Bürgergemeinschaft
Besichtigungnach Vereinbarung
Der Eintritt ist kostenlos,Spenden sind willkommen